September 2026

Wenn ein für Sie wichtiger Raum zur Renovierung ansteht, und Sie finden eins, zwei Tapetenbahnen vor, die ihre besten Tage hinter sich haben, die schadhaft sind, und das Gesamtbild beeinträchtigen: was tun Sie? ‚Farbe her, und einmal dick drauf?‘ Oder anerkennen Sie, dass zu tun ist, was zu tun ist, tauschen die beiden Tapetenbahnen aus, um einen rundum gleichmäßigen Anstrich zu ermöglichen?
Wenn sie dauerhaft etwas von der Renovierung haben wollen, werden Sie sich zweifelsohne ein bisschen Arbeit machen, und die Bahnen sauber austauschen.

Immer wieder kommt mir jedoch zu Ohren, dass Menschen im Bereich Mentalarbeit zum ‚einmal dick drauf‘ geraten wird, und das ist, im übersetzten Sinne, das ‚Positive Denken‘. Ja, das wäre zu schön, nicht wahr, wenn wir all unsere mentalen Lästigkeiten mit diesem einfachen Mittel mal eben überschreiben könnten? Ich lasse mich sogar darauf ein, dass das in Hochphasen, und für Situationen, in denen wir einfach nur vorankommen wollen, gut funktioniert. Wir glauben gerne die Wiederholung förderlicher Gedanken, und in der Leichtigkeit bringt sie uns gut voran.

Wenn wir es jedoch als Ausgangspunkt mit Angstgedanken zu tun haben, die sich bereits seit langer Zeit unterbewusst eingelagert haben – auf den ‚unteren Fließbändern‘, wie ich sie nenne – kommen Sie meiner Ansicht und meine Erfahrung nach mit ‚Positivem Denken‘ nicht weit. Es ist allenfalls gut gepfuscht. Ja, für einen sehr überschaubaren Zeitraum mag es  Ihnen zunächst Kraft geben, doch ihr Geist kennt ihre unterbewussten stressbesetzten Überzeugungen, und diese werden sich, solange sie unbewusst bleiben, und daher nicht hinterfragt und gewandelt werden, immer wieder in Ihre Absichten und Handlungen einmischen.

Sie können solche Kreisläufe nur wirksam unterbrechen, wenn Sie diese angstbesetzten mentalen Tapetenbahnen austauschen, und dann mit ruhiger Hand, und einer gedanklichen Neuausrichtung überstreichen. Angstgedanken, die erkannt werden, und die hinterfragt werden, verlieren Ihre Macht über Sie, und Sie erlangen die Deutungshoheit über Ihre Lebenssituation zurück.

„The Work“, die ich im Tagesseminar am 3. Oktober wieder ausführlich vorstelle, und zum Erfahrungsraum mache, ist ein gutes Werkzeug hierfür. Byron Katie sagt: „The Work is not a quick fix.“ Das ist auch meine Erfahrung, die ich seit 26 Jahren damit mache. Die ‚Work‘ ist keine Schnellreparatur, sondern hilft uns, die innere Tapete dauerhaft neu auszurichten, denn die Qualität unserer Gedanken hat unmittelbare Wirkung auf unser Erleben, und unsere Realität.

Lebensfördernde Nachhaltigkeit, anstatt schneller Verpflasterung, ist auch der Anspruch, den ich an meine Arbeit mit Ihnen habe.

Meiner Erfahrung nach wird vieles im Leben leichter,
wenn wir nicht alles glauben, was wir denken,
und wir erhalten die besten Resultate,
wenn wir das Beste für uns selbst, und für unsere Umgebung tun.

_______________OS

|  20. September 2026